ADTV BUCH-TIPP
Claudia Teibler - Darf ich bitten
Von rauschenden Bällen, heißen Rhythmen und nimmermüden Füßen
Der Tanz ist "ein Telegramm an die Erde mit der Bitte um Aufhebung der Schwerkraft", sagte einmal Fred Astaire, der begnadete Stepptänzer aus Hollywood. Er ist die größte Ausdruckskraft der menschlichen Seele, Hingabe an die Leidenschaft der Musik, Singen und Träumen mit dem Körper.
Claudia Teibler hat eine informative, elegant und unterhaltsam geschriebene, originell illustrierte Geschichte des Tanzes vorgelegt. Hatte der Tanz in der Antike rituellen oder spirituellen Charakter, so wurde er ab der Renaissance Teil des adligen Lebensstils mit würdevollen, zeremoniellen Bewegungen. Seit der Erfindung des Grammofons und der Schellackplatte Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte er sich zum lebhaften Paar- und Gesellschaftstanz. Seitdem schwingen überall Paare das Tanzbein und schweben, gleiten oder fegen über das Parkett der Tanzsäle – ob zum Takt von Walzer, Polka, Slowfox und Quickstepp, zu den Klängen des argentinischen Tangos mit seinen eigenwilligen Figuren und Drehungen, zur Musik lateinamerikanischer Tänze wie Samba, Rumba, Salsa, Cha-Cha-Cha, Paso Doble oder nordamerikanischer Tänze wie Foxtrott, Boogie Woogie, Stepptanz, Charleston, Twist oder zu den heißen Rhythmen des Rock ´n Roll mit seinen akrobatischen Einlagen.
Darf ich bitten ist ein kulturgeschichtlicher Spaziergang besonderer Art: Die Autorin stellt die großen Tänze aus Europa und Lateinamerika sowie die neuesten Tanzschritte vor, macht mit tonangebenden Musikern wie Johann Strauss, Tänzern und Tänzerinnen wie Josephine Baker oder der Tango-Ikone El Cachafaz bekannt. Sie erzählt von glanzvollen Bällen, körperlichem Gleichklang und ekstatischen Verzückungen, von Ballmuffeln, Tanzgöttern, traurigen Gigolos, zeitloser Etikette, Ballkleidern, Frack, Petticoats und Accessoires vergangener Zeiten wie Federboa und Seidenschleier und reichert ihre Darstellung mit genüsslichen Anekdoten aus Werken der Weltliteratur an. Claudia Teiblers Tanzgeschichte ist ein Buch voller schwebender Erotik, das den Tanz als Kult der Sinne und des Körpers, als enthusiastisches Bekenntnis zum Leben feiert.
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