MIT SALSA-SCHWUNG IN DEN OLYMP
Daniel Kara aus Cottbus mit bester Abschlussprüfung unter Deutschlands Tanzlehrern
Ob er tatsächlich mit Salsa-Schwung oder eher im Dreiviertel-Takt in den Tanzlehrer-Olymp hineinschwebte, ist nicht mit Sicherheit zu sagen. Sicher aber ist: Der 26-jährige Cottbuser Daniel Kara erzielte die beste Abschlussprüfung seines Jahrgangs unter 50 frisch gekürten Tanzlehrern in Deutschland. Und verriet keinem ein Sterbenswörtchen.
Erst Conny Fritsche lüftete zu einem Ball der Tanzschule das Geheimnis, nachdem der Allgemeine Deutsche Tanzlehrerverband (ADTV) die Prüfungsergebnisse publik gemacht hatte. "Ich habe es ja selbst erst spät erfahren und dann gar nicht glauben wollen", redet sich Daniel Kara heraus. Selbst seiner Freundin Aniko hat er es nicht gleich erzählt. Da diese im Jugendklub der Tanzschule trainiert, weiß sie, wie viel Anstrengung hinter solchen Ergebnissen steckt, auch, wenn sie noch so leichtfüßig daherkommen.
Die beiden haben sich natürlich beim Tanzen kennen gelernt. Die achtzehnjährige Abiturientin bevorzugt den leidenschaftlichen Tango, er hält sie am liebsten beim Langsamen Walzer im Arm. Oder sie tanzen Salsa: "Da kann man mal richtig ausflippen", bemerkt er.
Aber vor den Prüfungen ist Tanzen eben nicht nur Spaß, sondern auch eine ernsthafte schweißtreibende Angelegenheit: "Zwei Monate davor haben wir besonders intensiv geübt. Von Montag bis Freitag mehrere Stunden täglich. Und gar nicht nebenbei liefen ja auch die Kurse, die wir in der Tanzschule geben. Am Wochenende kommen dann noch die Bälle dazu", erzählt Daniel.
In das Wörtchen "wir" schließt er Karina Malke ein, die bereits im vergangenen Jahr ihre Ausbildung mit super Ergebnissen abgeschlossen hatte, und auch Ronny Stellmacher, der mit ihm gemeinsam jetzt fertig wurde und ihm mit der Abschlussnote von 1,5 dicht auf den Fersen folgt. "Wir waren natürlich sehr berührt, dass Daniel mit einer Note von 1,2 Prüfungsbester wurde, sind aber mit allen dreien sehr zufrieden, die bei uns ihre Ausbildung absolvierten und mit dafür sorgen, dass in der Lausitz eine regelrechte Tanzwut herrscht", freut sich auch Tanzschul-Inhaber Dieter Fritsche.
Alle drei absolvierten zunächst eine zweijährige Ausbildung als Assistenztanzlehrer, bildeten sich dann weiter zum ADTV-Tanzlehrer. Voraussetzung, eines Tages eine eigene Tanzschule führen zu können. "Vom Gesellen zum Tanzmeister sozusagen", erklärt Daniel, der sich keinen schöneren Beruf vorstellen kann: "Ich gebe weiter, was ich selbst liebe", schwärmt er. Dabei folgte er ursprünglich einem ganz anderen Rhythmus. Lernte Industriemechaniker im Kraftwerk Jänschwalde und war drauf und dran, Richtung bayrische Flugzeugwerke abzuheben.
In jener Zeit aber hatte er schon längst seine Tanzleidenschaft entdeckt. Ein befreundetes Paar brauchte nicht viel Überredungskunst, um ihn mit in die Tanzschule Fritsche zu einem Grundkurs zu nehmen.
Und Daniel blieb dabei, auch, als die Freunde schon längst wieder anderen Hobbys frönten. Dem Grundkurs folgte der Fortschrittskurs, leichten Fußes holte er Bronze, Silber und Gold, tanzte weiter im Jugendklub - und half immer dort aus, wo es an Tanzpartnern fehlte.
So hatte er schließlich alle Kurse mehrfach absolviert, bevor er die Chance nutzte, 2001 eine Tanzlehrer-Ausbildung zu beginnen.
Quelle: von Ida Kretzschmar, Lausitzer Rundschau. Wir bedanken uns für die freundliche Abdruckgenehmigung.
< ZURÜCK
|
|