Positive Auswirkungen des Tanzens bei älteren Menschen
Die von der Swinging World geförderte Studie an der Ruhr Universität Bochum startet im Februar.
RUB-Neurowissenschaftler untersucht die Wirkung des Tanzens
"Tanzen hält fit – möglicherweise sogar mehr als andere sportliche Aktivitäten." Das hat die letzte Studie der Bochumer Neurowissenschaftler
um Associate Professor Dr. Hubert Dinse gezeigt.
In einer neuen Studie
untersuchen die Forscher jetzt, inwieweit ein speziell für Senioren
entwickelter Tanzkurs dazu beitragen kann, Gesundheit und Vitalität
bei sonst eher inaktiven älteren Personen zu steigern.
Im Mittelpunkt des Interesses steht der wissenschaftliche Nachweis der „positiven Auswirkungen des Tanzens bei älteren Menschen“. Die Swinging World betritt damit in ihrem Engagement Neuland. Es soll Gewissheit darüber erlangt werden, dass das „Bauchgefühl“ vieler Tanzlehrer und Tänzer nicht trügt, nämlich dass Tanzen ein hervorragendes Mittel ist, um geistige und körperliche Fitness nicht nur zu erlangen, sondern bis ins hohe Alter zu erhalten.
Die Studie hat schon im Vorwege großes Interesse seitens der Medien nicht nur in Deutschland erregt. Sie soll schlagende Argumente liefern, die die Bedeutung des Tanzens in medizinischer, sozialer aber auch kultureller Hinsicht manifestieren. Da die Studie in einer ADTV Tanzschule (TONIS TANZSCHULE, Antoni Olkusznik) stattfindet, in der exklusiv nach dem Konzept des Club Agilando gearbeitet werden darf, wird in diesem Zusammenhang die besondere Bedeutung des ADTV und seiner hervorragend ausgebildeten Tanzlehrer betont.
Ziel der Studie ist die wissenschaftliche Untersuchung der positiven Auswirkungen eines
speziell auf ältere Menschen zugeschnittenen 6-monatigen Tanzkurses. Hierbei stehen
körperliche Fitness, Sensomotorik und kognitive Fähigkeiten im Vordergrund. Die
Evaluierung der positiven Auswirkungen erfolgt mittels individuellem Vergleich des
Leistungsvermögens vor und nach dem Kurs für jeden Teilnehmer.
Initiert wurde diese Studie von Prof. Dr. Hubert Dinse an der Ruhr Universität Bochum und durchgeführt von Jan Kattenstroth im Rahmen einer Promotion. Ermöglicht wird diese Arbeit durch die Vergabe eines Stipendiums der Swinging World.
Teilnehmerzahl: 25 Personen
Alter der Teilnehmer: älter als 60 Jahre
Konzept des ADTV
Durchführung des Tanzkurses im Sinne des „Club Agilando“. Pro Woche findet ein Kurs
statt. Zeitaufwand vermutlich: 1 Zeitstunde. Dauer: 6 Monate
Auswahl der Teilnehmer, Rekrutierung
Die Rekrutierung der Studienteilnehmer erfolgte nach bestimmten Kriterien, die besonders
Menschen mit einem passiven Lebensstil eine Kursteilnahme ermöglichen sollte. Mindestalter
60 Jahre, neurologisch gesund, ausreichende körperlicher Fitness, die Tanzen erlaubt, keine
regelmäßigen sportlichen Aktivitäten / Tanz seit mindestens 5 Jahren. Ausschluss diverser
medizinischer Kontraindikationen (z.B. insulinpflichtiger Diabetes Mellitus)
Die Reaktion auf die Studie war enorm – 200 Bewerber innerhalb der ersten Woche.
Wissenschaftliches Untersuchungsprogramm
Basierend auf Voruntersuchungen im Rahmen mit langjährigen Tänzern, und unseren
Arbeiten zur Leistungsverbesserung bei Senioren wurde ein Untersuchungsprogramm
zusammengestellt, mit dem wissenschaftliche Daten zu Aspekten der Kognition,
Konzentration, Balance, körperliche Fitness, Sensorik, Motorik und Gehirnaktivität erhoben werden können.
Die Untersuchungen zur körperlichen Fitness werden dabei nach modernsten Gesichtspunkten
in Zusammenarbeit mit der Universitätsklinik Bergmannsheil in Bochum durchgeführt. Alle übrigen Untersuchungen finden am Institut für Neuroinformatik an der Ruhr-Universität
Bochum statt.
Zeitlicher Aufwand und Zeitpunkte der Untersuchungen
Alle Untersuchungen werden einmal vor Beginn und einmal nach Beendigung des
Tanzkurses durchgeführt. Pro Teilnehmer beträgt der zeitliche Aufwand ca. acht Stunden.
Dabei entfallen sieben Stunden auf die neurobiologischen Untersuchungen im Institut für
Neuroinformatik und eine Stunde auf die kardiorespiratorischen Untersuchungen im
Klinikum Bergmannsheil. Es wird erwogen, etwa in der Mitte des Kurses ein erheblich
kürzeres Untersuchungsprogramm an ausgewählten Teilnehmern durchzuführen, um
Informationen über den Zeitverlauf möglicher Veränderungen zu erhalten.
> mehr Informationen
> Link zum Forschungslabor www.neuralplasticitylab.de
Internationale Fachzeitschrift berichtet über die Studie
Frontiers of Neuroscience - eine große und wichtige Fachzeitschrift auf dem Gebiet der Neurowissenschaften mit großer Reichweite hat das Thema in ihrer Ausgabe [Volume 3 Issue 1] aufgegriffen.
> zum Inhalt [.pdf]
> zur Onlineausgabe
Heilkraft des Tanzen
Ein Film von Sarah Spitzner und NatalieReinking
Cha-Cha-Cha fürs Gehirn! Forscher haben herausgefunden: Wer eine kesse Sohle aufs Parkett legt, tut nicht nur etwas für die Partnerschaft und die körperliche Fitness, sondern trainiert vor allem sein Gehirn!
> weitere Informationen
< ZURÜCK
|