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Positive Auswirkungen des Tanzens bei älteren Menschen

Seit 2008 untersucht die Ruhr Universität Bochum (RUB) die positiven Auswirkungen des Tanzens auf den Alterungsprozeß des Menschen (hier insbesondere den Ansatz, der im Club Agilando verfolgt wird). Die bisherigen Ergebnisse sind durchweg positiv. Mit einem Abschluß der Studie wird im Frühjahr 2011 gerechnet. Wir halten Sie hier selbstverständlich auf dem Laufenden.

RUB-Neurowissenschaftler untersuchten die Wirkung des Tanzens
"Tanzen hält fit – möglicherweise sogar mehr als andere sportliche Aktivitäten." Das hat die letzte Studie der Bochumer Neurowissenschaftler um Associate Professor Dr. Hubert Dinse gezeigt.

In einer neuen Studie 2008 untersuchten die Forscher, inwieweit ein speziell für Senioren entwickelter Tanzkurs dazu beitragen kann, Gesundheit und Vitalität bei sonst eher inaktiven älteren Personen zu steigern.

Im Mittelpunkt des Interesses stand der wissenschaftliche Nachweis der „positiven Auswirkungen des Tanzens bei älteren Menschen“. Die Swinging World betrat damit in ihrem Engagement Neuland. Es sollte Gewissheit darüber erlangt werden, dass das „Bauchgefühl“ vieler Tanzlehrer und Tänzer nicht trügt, nämlich dass Tanzen ein hervorragendes Mittel ist, um geistige und körperliche Fitness nicht nur zu erlangen, sondern bis ins hohe Alter zu erhalten.

Die Studie hatte schon im Vorwege großes Interesse seitens der Medien nicht nur in Deutschland erregt. Sie sollte schlagende Argumente liefern, die die Bedeutung des Tanzens in medizinischer, sozialer aber auch kultureller Hinsicht manifestieren. Da die Studie in einer ADTV Tanzschule (TONIS TANZSCHULE, Antoni Olkusznik) stattfand, in der exklusiv nach dem Konzept des Club Agilando gearbeitet werden darf, wurde in diesem Zusammenhang die besondere Bedeutung des ADTV und seiner hervorragend ausgebildeten Tanzlehrer betont. Ziel der Studie war die wissenschaftliche Untersuchung der positiven Auswirkungen eines speziell auf ältere Menschen zugeschnittenen 6-monatigen Tanzkurses. Hierbei stehen körperliche Fitness, Sensomotorik und kognitive Fähigkeiten im Vordergrund. Die Evaluierung der positiven Auswirkungen erfolgte mittels individuellem Vergleich des Leistungsvermögens vor und nach dem Kurs für jeden Teilnehmer.


Initiert wurde diese Studie von Prof. Dr. Hubert Dinse an der Ruhr Universität Bochum und  durchgeführt von Jan Kattenstroth im Rahmen einer Promotion. Ermöglicht wurde diese Arbeit durch die Vergabe eines Stipendiums der Swinging World.

Teilnehmerzahl: 25 Personen
Alter der Teilnehmer: älter als 60 Jahre

Konzept des ADTV

Durchführung des Tanzkurses im Sinne des „Club Agilando“. Pro Woche fand ein Kurs statt. Zeitaufwand: 1 Zeitstunde. Dauer: 6 Monate


Auswahl der Teilnehmer, Rekrutierung

Die Rekrutierung der Studienteilnehmer erfolgte nach bestimmten Kriterien, die besonders Menschen mit einem passiven Lebensstil eine Kursteilnahme ermöglichen sollte. Mindestalter 60 Jahre, neurologisch gesund, ausreichende körperlicher Fitness, die Tanzen erlaubt, keine regelmäßigen sportlichen Aktivitäten / Tanz seit mindestens 5 Jahren. Ausschluss diverser medizinischer Kontraindikationen (z.B. insulinpflichtiger Diabetes Mellitus) Die Reaktion auf die Studie war enorm – 200 Bewerber innerhalb der ersten Woche.

Wissenschaftliches Untersuchungsprogramm

Basierend auf  Voruntersuchungen im Rahmen mit langjährigen Tänzern, und unseren Arbeiten zur Leistungsverbesserung bei Senioren wurde ein Untersuchungsprogramm zusammengestellt, mit dem wissenschaftliche Daten zu Aspekten der Kognition, Konzentration, Balance, körperliche Fitness, Sensorik, Motorik und Gehirnaktivität erhoben werden können. Die Untersuchungen zur körperlichen Fitness wurden dabei nach modernsten Gesichtspunkten in Zusammenarbeit mit der Universitätsklinik Bergmannsheil in Bochum durchgeführt. Alle übrigen Untersuchungen fanden am Institut für Neuroinformatik an der Ruhr-Universität Bochum statt.

Zeitlicher Aufwand und Zeitpunkte der Untersuchungen

Alle Untersuchungen wurden einmal vor Beginn und einmal nach Beendigung des Tanzkurses durchgeführt. Pro Teilnehmer betrug der zeitliche Aufwand ca. acht Stunden.

Dabei fielen sieben Stunden auf die neurobiologischen Untersuchungen im Institut für Neuroinformatik und eine Stunde auf die kardiorespiratorischen Untersuchungen im Klinikum Bergmannsheil.

> Info-PDF vom 03.11.2008
> Link zum Forschungslabor www.neuralplasticitylab.de

Internationale Fachzeitschrift berichtet über die Studie

Frontiers of Neuroscience - eine große und wichtige Fachzeitschrift auf dem Gebiet der Neurowissenschaften mit großer Reichweite hat das Thema in ihrer Ausgabe [Volume 3 Issue 1] aufgegriffen.

> zum Inhalt [.pdf]
> zur Onlineausgabe

Heilkraft des Tanzen

Ein Film von Sarah Spitzner und NatalieReinking
Cha-Cha-Cha fürs Gehirn! Forscher haben herausgefunden: Wer eine kesse Sohle aufs Parkett legt, tut nicht nur etwas für die Partnerschaft und die körperliche Fitness, sondern trainiert vor allem sein Gehirn!

> weitere Informationen

Tanzen im Alter - Forschungsansatz

Musik, Rhythmus und Tanzen kennzeichnen Homo Sapiens seit Beginn seiner Entwicklung. Seit einiger Zeit nimmt sich auch Medizin und Neurowissenschaften des Themas Tanzen an, da klar geworden ist, dass Tanzen nicht nur Spaß macht, sondern darüber hinaus viele positive Auswirkungen hat. So wird Tanzen zunehmend als Instrument zur Therapie und Intervention bei Bewegungsstörungen wie beispielsweise Parkinson oder nach Schlaganfall eingesetzt.

> mehr Informationen [.pdf]

Enriched Environment für den Menschen – Tanzen

Vor dem Hintergrund des demographischen Wandels und der Suche nach Interventionsstrategien, welche den Alterungsprozess positiv beeinflussen, untersucht das Neural Plasticity Lab am Institut für Neuroinformatik an der Ruhr-Universität Bochum die Wirkungen des Tanzens auf den Alterungsprozess des Menschen. Grundlage ist die Tatsache, dass altersbedingte Veränderungen nicht einfach degenerativen Prozessen zugrunde liegen, sondern vielmehr auf neuroplastische und adaptive Kompensationsmechanismen zurückzuführen, und keineswegs irreversibel sind. Heute ist es unumstritten, dass bis ins hohe Alter hinein plastische Reorganisationsprozesse im Gehirn stattfinden, welche gebrauchsabhängig sind, und sich somit am einfachsten durch Verhaltensänderungen des Individuums beeinflussen lassen. Für das Individuum ist diese Tatsache Fluch und Segen zugleich, da die plastischen Eigenschaften des Gehirns Grundlage für den Verlust, aber auch den Erwerb von Fähigkeiten und Kompetenzen sind.

> mehr Informationen [.pdf]

Balance, Sensorimotor, and Cognitive Performance in Long-Year Expert Senior Ballroom Dancers

Physical fitness is considered a major factor contributing to the maintenance of independent living and everyday competence. In line with this notion, it has been shown that several years of amateur dancing experience can exert beneficial effects not only on balance and posture but also on tactile, motor, and cognitive functions in older people. This raises the question of whether an even more extensive schedule of dancing, including competitive tournaments, would further enhance these positive effects.

> zum Artikel [.pdf]

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