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Interview mit Let´s Dance Juror Joachim Llambi

Die neue Let´s Dance Staffel bei RTL ist gerade gestartet. Auch dieses Mal wagen wieder neue Promis Tanz-Schritte auf dem für sie unbekannten Terrain. Ein mittlerweile alter Bekannter ist Juror Joachim Llambi, der für seine oft sehr direkte und unverblümte Kritik an den Darbietungen der Stars bekannt ist.

Für den ADTV sprach Christian Götsch mit Let`s Dance Juror Joachim Llambi.

"Tanzen wie in die Hose geschissen"!

C.G.:
Herr Llambi, Sie gelten ja als der Bad Guy des Tanzcastings in Deutschland schlechthin. In der ersten Sendung der neuen Let´s Dance Staffel hatte man den Eindruck Ihr Juroren-Kollege Roman Frieling wolle ihnen diesen Rang streitig machen. Stimmt dieser Eindruck?

Joachim Llambi:
Ich sehe das ganz gelassen, ich bin schließlich schon zum vierten Mal dabei und glaube, dass er auch noch ruhiger wird. Für ihn ist es das erste Mal und so ein junger Mann mit großem Geltungsbedürfnis versucht natürlich auch möglichst viel Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Das sei Ihm gestattet. Seine Äußerungen sollen ja auch nicht mir gefallen.
Da mögen andere drüber urteilen – so wie das auch schon im Presseecho passiert.

C.G.:
Gibt es denn so etwas wie einen Wettstreit der Juroren um ihre Rolle in Let´s Dance?

Joachim Llambi:
Nein absolut nicht. Herr Frieling, Herr Glööckler und Motsi Mabuse stehen jeder auch für eine andere Facette der Bewertung – Herr Glööckler hat z.B. immer ein besonderes Auge auf Optik und äußere Erscheinung der Kandidaten. Da gibt es keine Hahnenkämpfe um die Positionen – jeder ist hier sein eigener Typ.

C.G.
Müssen denn eigentlich diese zotigen Bemerkungen wie der Chicken MC’Nugget-Vergleich von Herrn Frieling über den Auftritt von Andrea Sawatzki sein?

Joachim Llambi:
Das müssen Sie eigentlich Roman Frieling fragen. Grundsätzlich würde ich da immer differenzieren. Es kommt immer darauf an, wen man da beurteilt – einen Typen wie den „Checker“ kann man da meiner Meinung nach anders rannehmen als Frau Sawatzki. Vergleiche wie den angesprochenen ChickenMc’Nugget Ausspruch halte ich bei einer Person wie ihr schon für sehr kritisch. Das vor allem, weil Roman Frieling in seiner Funktion als Ausbildungstanzlehrer des ADTV auch jungen Menschen gute Umgangsformen vermitteln soll. Jemandem wie dem Checker, der selbst auch kein Blatt vor den Mund nimmt, sage ich dann aber schon mal, dass er tanzt wie in die Hose geschissen und das er sich bei seinen Umgangsformen mal an Bernd Herzsprung orientieren sollte.

C.G.:
Was ist Ihre Ursprüngliche Motivation in dieser Sendung?

Joachim Llambi.:
Angefangen hat das alles eigentlich, weil ich als Angehöriger des Deutschen Professional Tanzverbandes von RTL angefragt wurde Tänzerinnen und Tänzer für die Show zu organisieren. Daraus entwickelte sich dann ein guter Kontakt, der dazu führte, dass ich von den Verantwortlichen gefragt wurde, ob ich mir nicht auch vorstellen könne Juror zu werden. Und es hat sich gezeigt, dass meine Entscheidung eine gute war, denn es macht wirklich viel Spaß.

C.G.:
Was sollten die Teilnehmer ihrer Meinung nach aus ihrem Auftritt mitnehmen?

Joachim LLambi:

Sie sollten das Gefühl mitnehmen, etwas ganz Neues gelernt zu haben und sehen wie intensiv der Tanzsport bzw. das Tanzen sein kann. Sie können sich beweisen in vergleichsweise kurzer Zeit eine Sache erlernen zu können, von der andere sagen würden – „das könnte ich nie!“ Und die, die richtig gut sind, die nehmen ja auch einen gewissen Spaß an der Sache mit, der ihnen vielleicht sogar länger erhalten bleibt.

C.G.:
Was sollte jemand tun oder können, der hier gut abschneiden will?

Joachim Llambi:
Also auf jeden Fall empfehle ich hier mal ein gutes Fitnesstraining. Ich denke nach den vielen Ausfällen in der 3. Staffel hat man gesehen, dass tanzen ganz schön fordernd ist. Das Zweite ist ein gutes Vertrauensverhältnis zu „seinem“ Tanzprofi. Der ist derjenige, der ihm die entscheidenden Tipps geben kann, um bei seinem Auftritt gut auszusehen. Schließlich ist nicht jeder ein Naturtalent wie Sophie Thomalla oder hat die Bühnenerfahrung wie eine Maite Kelly. Schließlich sollen es ja auch Leute wie Moritz A. Sachs und Tim Lobinger schaffen.

C.G.:
Würden Sie das auch jemandem raten, der einfach eine Tanzschule besuchen möchte oder ist Let´s Dance und das, was in einer Tanzschule passiert gar nicht zu vergleichen?

Joachim Llambi:

Vergleichbar ist der Laienstatus. Wer hier bei Let´s Dance antritt, hat ja in der Regel mit dem Tanzen vorher nicht so viel am Hut gehabt und das gilt ja auch meistens für den Tanzschüler. Danach trennen sich die Wege natürlich, schließlich geht es bei Let´s Dance im Ergebnis um einen möglichst professionellen Showauftritt. Der normale Tanzschulkunde will unterhalten werden und sucht ein Freizeitangebot unter der Überschrift Tanz und da gibt es heute – anders als vor 20 oder 30 Jahren – in den Tanzschulen wirklich eine große Bandbreite. Das reicht von FlashMob Aktionen, HipHop über Umgangsformen, Angebote aus der Gesundheitsprävention, etwas für ältere Menschen und das Ganze längst nicht nur paarweise. Die Jugendlichen entschließen sich mal mit der ganzen Klasse in einen Kurs zu gehen oder wollen einfach beim nächsten großen Event nicht ganz so blöd auf der Tanzfläche aussehen. Das passiert aber eben aus einer anderen Motivation heraus, deshalb wird der normale Tanzschüler auch nie in so einer Intensität nur auf ein Ziel hin arbeiten. Übrigens gehört die Tanzschule, anders als in anderen Ländern, in Deutschland schon immer zum gesellschaftlichen Leben dazu.

C.G.:
In der ersten Sendung haben zwei Tänzer die Massengesetze außer Kraft gesetzt, wie Roman Frieling sagen würde. Diese beiden haben eine gute Leistung geboten. Sehen Sie das auch so?

Joachim Llambi:
Die erste Show hat da immer einen etwas besonderen Status, deshalb ist es nicht so einfach da jetzt schon Favoriten zu benennen. Die TänzerInnen hatten ja 4 Wochen Zeit sich vorzubereiten. Das wird jetzt von mal zu mal weniger und da wird es sich zeigen, ob die die jetzt gut waren auch unter größerem Zeitdruck immer noch gut sind. Trotzdem kann man eine Tendenz, was das Können und Vermögen angeht sehen. Ja, Maite Kelly war hervorragend und konnte zeigen, dass man sich auch jenseits der Konfektionsgröße 34 gut bewegen kann und auch noch klasse dabei aussieht. Auch Moritz A. Sachs hat sich für einen Anfänger erstaunlich gut gehalten und übersehen sollte man auch Liljana Mathäus nicht. Aber lassen Sie uns das am Ende der Staffel doch noch einmal überprüfen, schließlich haben auch früher nicht immer die gewonnen, die schon am Anfang stark ausgesehen haben.

C.G.:
Das Angebot nehme ich gern an Herr Llambi – vielen Dank für dieses Gespräch.

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