Gesundheit

Rücksichtsvolles Verhalten in der Erkältungszeit

Wer von Schnupfen oder Husten geplagt wird, kann kaum jeden Kontakt mit anderen Menschen in der Öffentlichkeit vermeiden. Ihnen unliebsame Störungen zu ersparen sowie die Ansteckungsgefahr zu verringern, ist dann ein Höflichkeitsgebot. So ist es rücksichtsvoll, auf das Handreichen zur Begrüßung zu verzichten. Ein kurzer Hinweis wie: „Ich möchte Ihnen heute lieber nicht die Hand geben, weil ich so erkältet bin“, beugt Missverständnissen vor. Frei wählbare Termine werden am besten verschoben – etwa ein Besuch im Fitness-Studio. Wer Rücksicht auf seine Mitmenschen nehmen und sie vor möglicherweise gefährlicher Ansteckung bewahren will, verzichtet lieber auf das Training, bis die Erkältung abgeklungen ist. Ähnliches gilt für Tanzstunden. Wer einen Ausweichtermin wahrnehmen kann, der in den meisten Fällen seitens der Tanzschulen angeboten wird, sollte diese Möglichkeit nutzen. Bei Theater- und Konzertbesuchen ist Rücksichtnahme ebenfalls gefragt, damit der Kunstgenuss nicht empfindlich gestört wird. Auch hier gilt: Was sich auf einen späteren Zeitpunkt verlegen lässt, unterbleibt besser während der akuten Phase einer Erkältung. Falls Sie an einer Veranstaltung teilnehmen müssen, zeigen Sie Ihre Rücksichtnahme so: rechtzeitig Medikamente gegen Erkältung einnehmen, notfalls bei einem akuten Anfall den Raum verlassen.

„Hatschi!“ – und dann? „Gesundheit!“ oder „Entschuldigung!“?

„Gesundheit sagt man heute auf keinen Fall mehr!“ „Stattdessen entschuldigt sich immer die Person, die geniest hat!“ Beide Sätze enthalten Ungenauigkeiten. Wie alle modernen Umgangsformen situationsgerecht angewendet werden, wird auch die Entscheidung pro oder kontra „Gesundheit“ unter diesem Gesichtspunkt gefällt. In allen offiziellen Situationen sowie in einer größeren Runde gilt die Empfehlung, die Entgegnung auf ein Niesen wegzulassen.

Die Gründe: Unfreiwillige Körpergeräusche werden grundsätzlich taktvoll und somit kommentarlos überhört. Es gibt beispielsweise weder eine „Antwort“ auf ein Husten noch eine Entgegnung auf ein Magengrummeln wie „angenehmes Hungergefühl!“

Außerdem: Die Zahl der Menschen, die von Allergien und damit ganzen Niesserien geplagt werden, wächst leider ständig. Es besteht die Gefahr, dass wiederholte „Gesundheit“-Kommentare einen ironischen Beigeschmack bekommen. Zudem fühlen sich viele selbst nur einmal Niesende als Störenfriede, etwa in Konferenzen oder noch offizielleren Situationen. Dieser unerwünschte Effekt würde durch das „Gesundheit“-Sagen nur verstärkt. Dazu kommt: Niesen muss keineswegs zwingend ein Ausdruck von Krankheit sein – Beispiel: die Wirkung von Pfeffer.

Für das Niesen an sich braucht sich niemand zu entschuldigen. Es ist schließlich weder ein Fehler noch Absicht. Wird dadurch allerdings eine Unterhaltung unterbrochen, ist eine Entschuldigung angebracht. Diese bezieht sich dann jedoch auf die Gesprächs-Unterbrechung statt auf das Niesen.

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