Kleiner Handy-Knigge

Handy-Höflichkeit: Anruf einfach wegdrücken

Bemühen Sie sich, Situationen gar nicht erst entstehen zu lassen, in denen Sie sich gezwungen sehen, ein ankommendes Gespräch abzuweisen. Denken Sie in den entsprechenden Konstellationen daran, Ihr Handy stumm- oder auszuschalten. Haben Sie das ausnahmsweise vergessen und müssen die Lärmbelästigung durch den eingehenden Anruf sofort unterbinden, ist das Wegdrücken die Notlösung. Es ist dann höflich, später zurückzurufen, sofern die Nummer gespeichert wurde, um die Notwendigkeit dieses Vorgehens zu erklären. Schließlich ist es kränkend für Anrufende, wenn Ihnen durch das Wegdrücken des Gesprächs signalisiert wird: Ich will nicht mit Ihnen (dir) reden.

Handy-Höflichkeit

Immer mehr Verbotszonen für Mobiltelefone werden seit einiger Zeit eingeführt. Schade, dass so etwas überhaupt nötig ist. Denn es ist so einfach, auch bei der Handy-Nutzung Rücksicht auf die Mitmenschen zu nehmen. Moderne Techniken erlauben es, den größten Störfaktor – die oft nervige "Dudelei" – auszuschalten: Vibrationsalarm, Blinklichtfunktion und Mobilbox machen es problemlos möglich. Zweiter Belästigungsfaktor: Das Mithören eines Gesprächs aufgezwungen zu bekommen. Um diese Behelligung anderer zu vermeiden, kann der Mensch allerdings keine Techniken bemühen, sondern muss selbst tätig werden. Ist ein Gespräch in Anwesenheit anderer nicht zu vermeiden, gilt: Eine höfliche Person entfernt sich von Zuhörenden und legt eine angemessene Distanz zwischen sich und die anderen. Zum Beispiel, indem sie den Raum verlässt. Darüber hinaus wird sich jeder beliebt machen, der die folgende Punkte beachtet:

10 goldene Tipps für den Umgang mit dem Handy

1. Denken Sie, bitte, immer an die Grundregel für das Telefonieren mit dem Handy in der Öffentlichkeit: Überall dort, wo es die Ruhe und Entspannung oder die Konzentration der Mitmenschen stört, sollten Belästigungen sowohl durch hörbare Anrufsignale – vorrangig "Gedudele" aller nur möglicher Melodien – als auch durch das aufgezwungene Mithören von Gesprächen vermieden werden.

2. Stellen Sie die Anruftöne in Alltagssituationen wie beim Einkaufen oder in der Handy-verstärkten Zone im Zug leise und dämpfen Sie, bitte, auch die Lautstärke Ihrer Stimme.

3. Legen Sie Ihr Handy nicht auf den (Schreib-) Tisch, wenn Sie mit jemandem im Gespräch sind. Das signalisiert: Ich bin jederzeit bereit, die Unterhaltung mit Ihnen (dir) zu unterbrechen. Die unterschwellige, aber eindeutige Botschaft: Sie sind (du bist) mir unwichtig.

4. Unterbrechen Sie kein Gespräch - auch nicht den Blickkontakt - um Ihr Handy hervorzuholen und eine eingegangene SMS zu lesen oder eine zu schreiben. Beides hat den gleichen negativen Effekt; Letzteres selbst dann, wenn der Blickkontakt beim Eintippen gehalten wird.

5. Denken Sie auch bei SMS-Nachrichten daran, störende Töne zu vermeiden. Dies gilt für den Empfang ebenso wie für das Versenden.

6. Melden Sie sich bei einem Anruf auf Ihrem Handy genauso mit Tagesgruß, Firmen- und eigenem Namen, wie Sie es bei einem Festapparat tun. Die Ausnahme: Sie nutzen Ihr Handy nur privat und sehen auf dem Display, dass Sie jemand anruft, der Sie am "Ja, bitte?" oder "Hallo" erkennt oder den Sie direkt mit Namen begrüßen können.

7. Nehmen Sie einen Anruf auf einem fremden Handy nur dann entgegen, wenn Sie ausdrücklich dazu ermächtigt wurden. Melden Sie sich dann mit Ihrem Namen, dem Tagesgruß und dem Zusatz: "Apparat Regine Musterfrau".

8. Stellen Sie, um solche Situationen zu vermeiden, Ihre Mobilbox Funktion so ein, dass Ihre Mailbox etwa nach dem vierten Klingeln in Aktion tritt. Das ist auch praktisch, wenn Sie einen zweiten Anruf, während Sie telefonieren, nicht annehmen können, weil Sie das erste Gespräch nicht so schnell "abwürgen" können.

9. Halten Sie den Text für Ihre Mobilbox, bitte, kurz. Ein Satz wie: "Leider bin ich zur Zeit nicht erreichbar, weil ich entweder gerade in einem Funkloch stecke oder anderweitig beschäftigt bin" verteuert nicht nur unnötig das Gespräch für Anrufende. Er ist schlicht überflüssig. Der Grund: Jeder weiß, dass jemand gerade nicht erreichbar ist, wenn die Mobilbox in Aktion tritt.

10. Nutzen Sie eine berufliche Handynummer, die Sie von jemandem bekommen haben, auf keinen Fall spät abends oder am Wochenende. Der Grund: Jeder kann einmal vergessen, auf seine Mobilbox umzustellen. Jeder hat aber – Handyzeitalter hin oder her – ein Recht auf Privatsphäre.

Überholte Regel zur Handy-Höflichkeit

Die Zahl derer, die keinen Festnetzanschluss haben, sondern ausschließlich per Handy erreichbar sind, wächst ständig. Die Kosten für ein Handy-Telefonat, die vor Jahren um ein Vielfaches höher waren als ein Gespräch über das Festnetz, sind kontinuierlich gesunken. Es ist deshalb inzwischen üblich, dass jemand ausschließlich eine Handy-Nummer für seine telefonische Erreichbarkeit angibt.

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