International Dance of the Year

Alljährlich wird der "Internationale Tanz des Jahres" von der WDC dem World Dance Council gewählt. Bitte wählen Sie:

International Dance of the Year 2008 - Swing

Ob München, Berlin, Düsseldorf - die Swingtanz-Szene ist lebendiger denn je. Hamburg gilt - wie in den dreißiger und vierziger Jahren, erneut als Deutschlands Swing-Hochburg. Durch Musiker wie Roger Cicero oder Michael Bubblé ist der Swing wieder in aller Munde und das World Dance Council (WDC) würdigt seine Bedeutung mit dem Titel: Tanz des Jahres 2008.

Begonnen hat die Geschichte des Swing im Savoy Ballroom, New York

Erfunden wurde er 1927 von schwarzen „Kids“ im New Yorker Stadtteil Harlem und ausgiebig getanzt im legendären Savoy Ballroom. Der Lindy-Hop ist der wichtigste Paartanz der ersten Swing-Zeit. Auch in der heutigen Swing-Renaissance spielt er eine zentrale Rolle.

Der Swing, eine Stilrichtung des Jazz, wurde rasch populär. Der volle Klang der damals gegründeten Big Bands mit Stars wie Fletcher Henderson, Nat King Cole, Count Basie, Duke Ellington, Bennie Goodman und Glenn Miller gefiel den Leuten. Außerdem eignete sich der Swing wunderbar zum Tanzen. Es dauerte nicht lange, da waren Lindy Hop, Shag, Balboa, Jitterbug, Boogie-Woogie, Cakewalk, Big Apple und weitere Swing-Varianten auf den Tanzparketten der Welt verbreitet. Erst Mitte der 50er-Jahre flaute das Swingfieber ab.

In den Achtzigern, diesmal von London ausgehend, wurde es um den Swing wieder lebendig, in den Neunzigern trat er erneut einen Siegeszug an. In aller Welt entstanden „Savoy Ballrooms“. Sogar in Peking swingt man unterdessen und es ist kein Ende der Swingbegeisterung in Sicht.

In der ADTV Tanzschule am Deutschen Theater in München begann die neue Swing-Ära so um 2003/ 04, erzählt Tanzschul-Chef Oliver Fleidl.

In erster Linie wird in der Münchner Tanzschule wie in den meisten ADTV Tanzschulen Lindy Hop getanzt. Oliver Fleidl favorisiert dabei die elegante Hollywood-Style-Variante. Die Damen, schmunzelt er, machten dabei eine bessere Figur als beim ungezügelteren Savoy-Style. Übrigens ist neben dem Lindy Hop noch ein Swingtanz aktuell: Balboa. Er wird eng getanzt, mit Fußvariationen auf kleinstem Raum. Ihm verwandt, durch Show-Einlagen ergänzt, gehört auch der Bal-Swing zu den derzeitigen In-Tänzen.

Fest steht, dass die Anhänger des Swing großen Wert auf die Wurzeln legen. Lindy Hop soll genauso aufs Parkett kommen wie in den Tanzfilmen aus der ersten Swing-Ära. Auch beim Outfit greift man am liebsten auf klassische Modelle zurück. Die Damen mögen elegante, etwas weitere Hosenanzüge, tragen gern Hochsteckfrisuren, die Männer favorisieren amerikanischen Military Stil der 40er-und 50er-Jahre.

Auch in der Musik ist Swing voll im Trend

Bei der Musik wird allerdings - jedenfalls in der Münchner Tanzschule - meistens auf zeitgenössischen Swing zurückgegriffen. Die Aufnahmequalität ist besser, urteilt Oliver Fleidl. Neben Roger Cicero und Robbie Williams stehen Jenny Löbel & die Swing Kings hoch im Kurs oder der Ray Collins Hot Club.

Swing wird sowohl nach Titeln aus den 20er- bis 50er-Jahren, als auch nach neuer Swingmusik getanzt. Zum Beispiel der des Kanadiers Michael Bublé. Aber auch Deutschland swingt in der ersten Reihe: Germanys erfolgreichste Swing Big Band ist die von "Swing King" Andrej Hermlin: das 1987 gegründete Swing Dance Orchestra. Es ist weltweit unterwegs, spielte schon im berühmten Rainbow-Room des New Yorker Rockefeller Center und war zu Glenn Millers 100. Geburtstag nach Clarinda in Iowa eingeladen.

 

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