International Dance of the Year

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International Dance of the Year 2014 - Wiener Walzer

Der König der Tänze

Wiener Walzer! Legendärer Wiener Opernball! Fanfarenklänge, Einzug der Debütantinnen und Debütanten, knisternde Atmosphäre, Lächeln die Damen! und schließlich der berühmte Zuruf: Alles Walzer! Auf dem Parkett Hunderte sich im Dreivierteltakt drehende Paare. Zwei Tage lang haben zuvor etwa 650 Handwerker Wiens Oper in den schönsten Ballsaal der Welt verwandelt.

Der Wiener Walzer, das ist Glanz und großes Kino zum Klang berühmter Klassiker: Donauwalzer, Kaiserwalzer, Wiener Blut. Tanzbar ist Wiener Walzer auch im Stil poulärer Musiktitel wie: Kiss From A Rose (Seal), That´s Amore (Dean Martin) oder oder oder...

Seine Wurzeln hat er in mittelalterlichen deutschen, österreichischen und dabei häufig wohl recht ausgelassenen Bauerntänzen. Sein Name ist abgeleitet vom deutschen Wort „waltzen“ - sich drehen. Kirche und Obrigkeit waren dereinst aber auf die Tanzlust - sie nannten sie gern Tanzwut - des Volkes nicht gut zu sprechen und wetterten mit Worten und Geldbußen gegen den „Sittenverfall“.

Dennoch begann um 1770 der Walzer das aristokratische Menuett, den bis dahin maßgebenden Tanz, zu verdrängen. In den „besseren Kreisen“ war der Walzer allerdings verpönt. Er galt als unzüchtig, weil die Paare Körperkontakt hatten und man zeitweise sogar die Knöchel der Damen sah! Der älteste bürgerliche Gesellschaftstanz startete also als „hässliches Entlein“.

1786 wurde am Wiener Burgtheater die Oper „Una cosa rara“ von Vincente Martin y Soler aufgeführt. Als dabei auf der Bühne Walzer getanzt wurde, löste das nicht nur eine wahre Walzerwelle aus, auch der Begriff Wiener Walzer war geboren.

Welche Musik auch immer – der Wiener Walzer berauscht, er beflügelt die Füße

Die mitreißenden Walzermelodien von Vater (1804 – 1849) und Sohn (1825 - 1899) Johann Strauss sorgten dafür, dass aus dem Entlein ein schöner Schwan wurde. Der Wiener Walzer wurde nun in Wien, in Europa und bald weltweit getanzt. Seinen offiziellen Segen erhielt er durch den Wiener Kongress (1814/15). Dessen politische Arbeit zur Neuordnung Europas wurde von so vielen Bällen begleitet, dass die Wendung kursierte „Der Kongress tanzt“. Und zwar Wiener Walzer!

Zu Beginn des 20. Jh. wurde der Wiener Walzer durch neue dynamische Tänze aus Übersee etwas verdrängt, um jedoch in den 1930er-Jahren wieder groß in Mode zu kommen. Seit 1932 wird Wiener Walzer auf Turnieren getanzt. Seit 1963 gehört er zum Welttanzprogramm.

Wiener Walzer, die Königsklasse der Standardtänze im Dreivierteltakt, wird im Vergleich zum English Waltz (Langsamer Walzer) sehr schnell getanzt (ungefähr 60 Takte pro Minute). Das erfordert Konzentration, Präzision und Fitness. Dafür liegt in seinem Körperschwung etwas atemberaubend Berauschendes. Es gibt Anlässe, die ohne Wiener Walzer undenkbar sind. Große Bälle eröffnen mit einem Wiener Walzer, er ist Standard auf exklusiven Festen und Feiern. Hochzeiten wären nur halb so schön ohne den berühmten Hochzeitswalzer. Selbst in Zeiten von Techno & Co. ist Wiener Walzer noch immer d e r Eröffnungstanz von Brautpaaren. Seine mitreißende Beschwingtheit lässt uns mit ihm ins neue Jahr tanzen. Als krönender Abschluss und als Symbol des Neubeginns in fortwährender Kreisbewegung.

Welthauptstadt des Wiener Walzers und der Bälle ist - wie könnte es anders sein - Wien. Rund 400 rauschende Ballnächte finden dort pro Saison statt. Manche davon haben so hübsche Namen wie Kaffeesiederball, Zuckerbäckerball, Bonbonball oder Ball der Wiener Rauchfangkehrer. Der Wiener Kathreintanz ist Höhepunkt und Ende der jeweiligen Tanzsaison. Am 31.12. findet die Silvester Gala im Wiener Rathaus statt - im Walzertakt wird ins neue Jahr getanzt. Auch in manch anderen Städten der Welt wiegt man sich zu diesem Zeitpunkt zu den Klängen der „Schönen blauen Donau“.

Ein Moment zum Abheben: Mit dem wunderbaren Wiener Walzer.

 

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